1/20/2015

Das bin dann mal ich.


Heyho,

Nun will ich auch mich einmal vorstellen und vielleicht kurz (insofern das möglich ist) meine Geschichte erzählen.
Ich war schon immer ein super fröhliches, gut gelauntes und harmoniebedürftiges Dorfkind, naja, Stadtkind eigentlich. Aber da unsere Stadt so winzig ist wie ein Dorf, erwähne ich es lieber gar nicht.
Ich war super gut in der Schule, hatte tolle Freunde, die mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet haben und fürsorgliche Eltern. Vielleicht zu fürsorglich, aber das möchte ich jetzt mit 21 nicht mehr permanent hinterfragen.
Alles begann eigentlich wärend der Zeit vor meinem Abi. Ich war immer gut in der Schule, meist sogar Klassenbeste und ich kann auch gar nicht unbedingt von mir behaupten dass ich unbeliebt war. Eigentlich sogar im Gegenteil, zumindest hatte ich keine Feinde und war sogar einige Jahre Klassensprecherin. Auch die Lehrer mochten mich ziemlich gern. Und ich mich eigentlich auch, zumindest mich als Menschen. Was ich jedoch über mein Aussehen dachte war eine ganz andere Geschichte. Ich mochte meinen Körper und meine Optik nie gern. Ich fand mich zu dick, mein Gesicht zu rund, meine Nase zu groß und und und... Aber nach einigen, nur sehr sehr kurzen Diätversuchen, gab ich auf daran etwas ändern zu wollen. Dafür liebte ich Essen viel zu gern.
Aber irgendwann wurde alles immer anstrengender, was mir bis dahin einfach fiel und Spaß gemacht hat.
Ich blieb immer öfter die Nachmittage, irgendwann die Wochenenden zu Hause um zu Lernen anstatt mich mit Freunden zu treffen. Es wurde immer anstrengender dem Druck standzuhalten. Ja, es passierte sogar, dass ich in der Klasse anfing zu weinen weil ich die Hausaufgaben nicht geschafft hatte! Aber bei alldem blieben meine Noten richtig gut.
Meine Nächte wurden allerdings kürzer, meinen Augen müder und ich brach immer mehr weg, sobald mir eine Aufgabe zu schwierig erschien. Ich weinte fast jeden Abend.
Irgendwann hatte ich dann die ersten Termine bei Psychologen und Therapeuten und vor allem wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, wegen der ich nun mit Hormonen behandelt wurde.
Meine ganze Krankheitsgeschichte mit der Schilddrüse ist bis jetzt nicht richtig ausgestanden. Irgendwann wurde die AutoImmungerkrankung "Hashimotot Thyreoiditis" diagnostiziert und nebenbei purzelten auch die ersten Pfunde und die ersten Zusprüche á la "du hast ja abgenommen, sieht super aus!". Dass die Sprüche sich irgendwann in ein "Man Caro, wieso bist denn du so dünn geworden?" verwandelten kam mit der Zeit.
Jedenfalls genoss ich die Komplimente und fing an meine Ernährung nach und nach zu verbessern und umzustellen. Ich begann Sport zu machen. So nahm alles seinen Lauf.
Erst ließ ich die Kohlenhydrate weg, dann das Öl zum braten. Irgendwann das Fleisch. Ich find an jeden Tag Fahrrad zu fahren. Es ging schnell und ich merkte kaum was da eigentlich passierte. Ich merkte nur dass ich mich ausgelaugter fühlte und Nachts wegen dem Hunger kaum schlafen konnte, denn zu Abend aß ich sowieso schon nicht mehr.
Das alles lief so still vor sich hin, bis es irgendwann aus mir herausbrach und ich meinen Eltern von den quälenden und Gedanken erzählte und mein Untergewicht nicht mehr rechtfertigen konnte.
Die Schule hatte ich schon lange vorher, kurz nach meinem 18. Geburtstag abgebrochen, weil einfach alles zu viel wurde. Die Essstörung wurde aber erst später zu meinem Alltag.
Naja, und hier bin ich jetzt. 21 Jahre alt, 12 kg schwerer und trotzdem kämpfe ich noch jeden Tag. Für das Leben, meine Zukunft und gegen diese widerliche Krankheit.
Es ging hoch und runter, mit der Laune und den depressiven Gedanken. Mit dem Gewicht jedoch nur minimal.
Ich schrie still nach Hilfe und doch wurde ich auch manchmal nicht ernst genommen, auch mit einem BMI von knapp unter 16 nicht. War meiner Essstörung natürlich recht, so konnte sie schön weiter ihre Fäden ziehen und mich langsam aber sicher von allem weg treiben lassen was mir wichtig war.
Wie auch immer, ich wette die meisten Mädels oder auch Jungs die Erfahrungen mit einer Essstörung gemacht haben, kennen das ganze drumherum.
Die Gedanken ums Essen, um Kalorien, das Lügen vor Eltern und Freunden, die Panikattacken und Essattacken. Die heimliche halbe Stunde Sport und die quälendende Angst vor dem Zunehmen.

Ich bin bis hierher schon weit gekommen, aber noch lange nicht am Ziel. Und ich glaube ohne DIESE Seite (englisch) eines wunderbaren intelligenten Mädchens und dem ganzen "Team" aus starken Persönlichkeiten wäre ich nicht so weit gekommen. Schaut auf jedenfall vorbei!
Auch die Minnie Maud Methode über die ich HIER geschrieben habe, hat mich so so so viel weiter gebracht.
Ich schaffe das, das weiß ich ! Und ihr könnt das auch! Glaubt an euch :)




1 Kommentar:

  1. hey caro, ich mag deinen blog total gerne. hast du eigentlich auch instagram?

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