5/14/2015

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Trendernährung : Essgestört ?


Fast jedes Mal, wenn ich mich auf Facebook einlogge kommt einer dieser Einträge :
"Max Müller gefällt ein Bild. (x-beliebiges Bild eines vollbusigen, aber dünnen Models mit Sixpack)" oder "Maria Müller ist heute mit (x-beliebige Sportapp) 8,9km gelaufen."
Genervt scrolle ich weiter oder will meinen Instagram-Feed checken, aber auch da verfolgen mich Essens- und Fitnesseinträge.
Person X mit Sportbustier im Fitnessstudio. Oder Person Y hat heut wieder nur eine Tomatensuppe zum Mittag gegessen. Hat dabei aber natürlich nicht die Hashtags #healthy #eatclean #foodporn vergessen. Ich meine, mal ehrlich... Eine wässrige Tomatensuppe zum Mittag?! Kenne ich nur aus tiefsten Essstöruingsvergangenheit. Heute würde mich das nicht mehr satt machen. Und #healthy ist das ja schonmal gar nicht.
Der Trend geht hin zur Körperoptimierung bis zur Perfektion. Die es, sehen wir es mal realistisch, gar nicht gibt.
Die beliebtesten Essens-Blogs haben meist vegane, glutenfreie, rohe, fett- und kohlenhydratfreie Rezepte. Natürlich gepaart mit ein paar Artikeln zu Fitness und ihren täglichen Workout-Routinen.
Ich muss ganz ehrlich sein, wenn ich mir die Mädels mancher, sogar recht großes, Fitnessblogs oder Instragramaccounts ansehe, erschrecke ich mich. Nicht nur, weil die Mädels aussehen wie ich, als meine Herzfrequenz schon nicht mehr gesund war und meine Periode schon monatelang ausblieb, sondern weil sie es als ultimatives Schönheitsideal darstellen und beglückwünscht werden, wenn sie ihre 20km nach einer kleinen Schale Obstsalat mit ein paar Krümeln Müsli absolvieren.
Also um mal eins klarzustellen; Ich habe absolut nichts gegen gesunde Ernährung, gepaart mit ausreichend Bewegung um Gesund zu bleiben.
Und natürlich muss ich ehrlich zugeben, dass ich Schwierigkeiten mit zu viel Sport und zu wenig Essen hatte und auch immernoch habe.
Das will ich nicht abstreiten.

Ich hab ein Problem damit, dass das heutzutage als normal und erstrebenswert dargestellt wird. Und dass daraus ein Konkurrenzkampf wird. Vor Allem eben im Internet.
Klar, es gibt Menschen, die sind von Natur aus sehr schlank. Aber es gibt nun mal auch mich und dich und viele, viele andere normale Menschen. Und auch Leute, deren Körper sich wohler fühlt, mit ein bisschen mehr auf den Rippen. Und bitte, ein BMI im Normalbereich bedeutet natürlich nicht, dass man fett ist.
und überhaupt...Fett ist keine Schande.
Fett ist ein Organ. Ein wichtiges! Das wird so oft vergessen. In unserem Fett werden lebenswichtige Hormone hergestelt. Nicht umsonst verlieren viele ihre Periode, wenn sie abnehmen. Ja, unser Fett hält uns warm und schützt uns. Haben wir zu wenig Fettgewebe? Tja, dann schüttet unser Körper vermehrt Ghrelin aus, ein Hormon dass uns Hunger verspüren lässt. Schlau, oder ? Unser Körper bewegt uns quasi dazu, einen für sich und seinen Hormonhaushalt gesundes Gleichgewicht zu halten.
Aber darum soll's ja gar nicht gehen.
Mich nervt es, dass 12-Jährige (die verdammt nochmal ihr Leben genießen und ein verdammt  nochmal leckeres Eis im Freibad essen sollen, ohne sich schlecht zu fühlen) unter YouTube-Videos fragen, wie sie ihre Eltern überreden können auf eine HCLF - Diät umsteigen zu dürfen. (HCLF - übrigens eine Ernährung im Sinne von "Viele Kohlenhydrate, wenig Fett" - am besten alles Roh und Vegan)
Vegan leben und sich ernähren ?  Finde ich klasse. Aber nur wenn die Intention dahinter stimmt. Man es wegen der Tiere, dem Wunsch nach Weltverbesserung oder natürlich auch der eigenen Gesundheit macht. Aber weil es ein Trend ist ? Weil es irgendwelche bananenschwingende YouTube-Gurus gibt, mit flachem Bauch und kaum Körperfett, die ein scheinbar ideales, gesundheitsbewusstes Leben führen ?  Immer glücklich und zufrieden sind ?  Natürlich kann man als erwachsener Mensch machen, was man möchte. Und wenn man mit dem, was man da macht ein zufriedenes Leben führt ohen sich zu belügen oder krampfhaft einzuschränken, dann ist das absolut super.
Aber man sieht so viele junge Leute die schreiben, dass sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie zu viel oder "das Falsche" essen und die Sport zu einer Art Wettkampf machen.
Ist es nicht irgendwo alles ein Wettkampf? Wer sieht im Sommer am Strand besser aus?
Haben wir eigentlich alle verlernt, uns selbst zu akzeptieren ?
Ich bin ehrlich gesagt so froh, dass dieser ganze Trend noch nicht so war, als das mit meiner Essstörung losging. Denn wohin man auch schaut im Internet, man kann dem Ganzen einfach nicht entkommen.
Und auch für mich ist es unheimlich schwer, einen klaren Kopf zu bewahren wenn man mit gestählten Frauen- und natürlich auch Männerkörpern und Laufapp-Einträgen bombardiert wird.
Das Bild eines vermeintlichen "Normalkörpers" wird im Internet immer mehr in Richtung eines fitten, muskulösen (aber dennoch schlanken) Körpers korrigiert.
Und ich habe es satt mich unbewusst immer zu vergleichen und ein kleines Stück wertloser zu fühlen, weil ich in den Augen der Onlinewelt nicht "perfekt" bin.
Denn ich bin nicht perfekt, sind wir wahrscheinlich alle nicht.
Ich bin keine Heidi Klum, die mittlerweile sowieso so dünn ist, dass es absolut nicht vertretbar ist wie sie mit ihren jungen Mädchen umgeht und ihnen zu verstehen gibt, dass sie doch noch etwas mehr abnehmen und etwas mehr tranieren sollten. Sie ist Mutter. Wünscht sie sich wirklich, dass ihre Kinder ihr in jungen Jahren vielleicht auch hinterhereifern um ihrem verzerrten Schönheitsideal zu genügen?
(An dieser Stelle einen Dank an meine Mutter, die mir nie das Gefühl gegeben hat, dass ich aufgrund meines Aussehens mehr oder weniger wert bin.)

Ich wünschte, wir würden alle anfangen uns in gesundem Maß zu lieben. Ich würde mir wünschen, alle jungen Menschen von heute würden weniger Zeit in oberflächliche Vergleiche und der optimierung ihres Ess- oder Sportverhaltens investieren und mehr leben.
Denn eins kann ich sagen, in den Jahren mit der Essstörung habe ich weniger gelebt und genossen als je zuvor.
Und etwas wichtiges sollte bei alldem nicht Außen vor bleiben, unswar der gesundheitliche Aspekt.
Natürlich war das Schöneheitsideal während der Renaissance, die fülligen sogenannten Rubensfrauen, nicht gerade gesund.
Aber das heißt nicht, dass das streben nach minimalem Körperfettanteil gesünder ist.
Ich hoffe, dass die Leute und auch die Medien langsam verstehen, dass dieser Schlankheitswahn ungesund ist.
Vorallem auch für Jugendliche, die noch nicht vollkommen entwickelt sind und der Körper mehr Energie denn je benötigt.
Und nicht zu vergessen, für die Psyche. Auch die leidet.

Ich wünschte, Essstörungen würden nicht mehr glorifiziert werden.
ich wünschte, wir würden uns für unsere freundliche Art oder unsere Intelligenz lieben.
Nicht für unser Essverhalten und schon gar nicht für unseren stahlharten Sixpack.

2/20/2015

Die Sache mit dem Heißhunger

Wenn man das Gefühl hat niemals mehr nach Hunger und Sättigungsgefühl essen zu können, dann kann das ganz schön Angst machen.
Oder noch schlimmer : Essen, Essen, Essen - bis hin zu Bauchschmerzen, die kaum zu ertragen sind und trotzdem nicht genug bekommen. Ein teuflischer Kreislauf.

Als normal funktionierender und stimmig laufender Organismus essen wir so viel bis wir satt sind. Und für diesen Mechanismus sind zwei wichtige Hormone von ganz entscheidender Bedeutung.
Leptin und Ghrelin.
Leptin wird hauptsächlich in den Fettzellen gebildet und wird ausgeschüttet um dem Körper zu signalisieren, dass wir satt sind. Weniger Fettzellen, die sich um unseren Hüften und Oberschenkel befinden und je weniger wir essen, desto weniger Leptin wird auch freigesetzt. Nach einer Woche stark kalorien- und kohlenhydratreduzierten Diät kann der Leptinspiegel um ungefähr 50% sinken. Unser Gehirn erhält nicht mehr ausreichende 'Sättigungs-Signale' und versucht uns mit einem ständigen Drang nach Essen dazu zu bewegen, der Nahrungsknappheit ein Ende zu setzen. (und darüber hinaus für die nächste Dürreperiode gleich schonmal vorab vorzusorgen.)
Hungern ist purer Stress für unseren Körper.
Gegenspieler zum "Sattmacher" Leptin ist also das Wachstumshormon Ghrelin.
Ghrelin hat seinen großen Auftritt wenn wir einen leeren Magen haben, aber auch wenn wir unter Schlafmangel leiden. Allerdings wurde auch herausgefunden, dass es Angstgefühle und Depressionen dämpfen kann.  Auch wenn wir Stress haben schüttet der Körper Ghrelin (und auch Cortisol (fördert vor allem die Gewichtszunahme am Bauch)) aus, was wiederrum dazu führt dass wir natürlich mehr Hunger haben.
kein Wunder also, dass ein Körper, der Wochen, Monate oder sogar Jahre unter Hunger leiden musste und vielleicht zusätzlich noch übermäßig sportlich gefordert wurde, eine ganze Menge Ghrelin ausschüttet.
Irgendwie also ganz logisch. Wenig Leptin -> viel Stress -> viel Ghrelin -> HUNGER!
Unser Hormonhaushalt muss also im besten Fall ausbalanciert sein, damit Leptin, Ghrelin usw. gut miteinander wirken können und unser Körpergewicht so halten, dass eben genau diese Vorgänge am Besten funktionieren. So könnte man auch die Set-Poin-Theorie erklären. Unser Körper hat nun mal ein Gewicht, mit dem diese hormonellen Vorgänge reibungslos ablaufen, solange keine anderen Faktoren (wie Sport, Stress, Restriktion etc.) mit hinein wirken. Unser Körper weiß was er tut.
Alles ein bisschen kompliziert, aber irgendwie auch logisch.

Jedenfalls, nach Zeiten in denen wir unseren Körper Hungern lassen haben ist unser Hormonhaushalt völlig durcheinander. Wenn wir anfangen zu Essen und auch viel zu Essen, dann kann es passieren, dass wir uns zwar physisch voll fühlen aber irgendwie noch Hunger haben. Unser zentrales Nervensystem hat noch nicht genug. Es will die Speicher füllen und unseren Energiehaushalt wieder ausbalancieren. Und solange wir unserem Körper auch dann noch das Essen verwehren, wonach er so eindringlich verlangt, bremsen wir den Heilungsprozess. Unser Körper schreit nach mehr. Er hat Angst nicht genug zu bekommen, den Schaden den wir angerichtet haben nicht reparieren zu können und er hat auch Angst, dass das Hungern wieder losgeht und will vorsorgen.
Im Grunde ist und bleibt es so, dass unser Körper das alles nicht umsonst macht und schon gar nicht um uns zu ärgern oder gar zu schaden. Unser Körper ist darauf ausgelegt zu funktionieren und sich selbst am Leben zu halten. Er ist für uns da, komme was wolle.

Wenn wir einen ganzen Tag nichts trinken können und dann am Abend endlich wieder an Wasser kommen, dann trinken wir womöglich auch so viel auf einmal, dass uns schlecht wird. Unser Wunderwerk Körper versucht einfach seinen Bedarf nachzuholen.
Halten wir die Luft an, solange wir können, dann atmen wir danach auch nicht einfach mit kurzen, flachen Atemzügen weiter. Wir atmen einmal so tief ein wie wir können.
Unsere Lungen füllen sich mit so viel Luft wie sie aushalten können. Also, wieso soll das bei unserem Essen was anderes sein?
Ein Körper, der so lange nicht genug Nahrung bekommen hat um einfach nur zu überleben und angefangen hat sich von sich selbst zu ernähren, zeigt mit seinem unbändigen Verlangen nach allem Essbaren nur, dass er genauso funktioniert wie er sollte. Er will uns heilen und uns beschützen.
Also, wieso sollten wir einer irrationalen und völlig banalen Angst nachgeben.
Was sind ein paar Kilo, ein paar Nächte mit schlechtem Gewissen, so hart wie es in diesem Moment auch scheint, gegen ein Körper, der genauso funktioniert wie er sollte?
Der dafürt sorgt, dass wir ausgeglichen sind.
Der soviel zu Essen verlangt, wie er braucht und genau so sein Gewicht hält.
Ich denke, das hört sich ziemlich wunderbar an.

1/20/2015

Das bin dann mal ich.


Heyho,

Nun will ich auch mich einmal vorstellen und vielleicht kurz (insofern das möglich ist) meine Geschichte erzählen.
Ich war schon immer ein super fröhliches, gut gelauntes und harmoniebedürftiges Dorfkind, naja, Stadtkind eigentlich. Aber da unsere Stadt so winzig ist wie ein Dorf, erwähne ich es lieber gar nicht.
Ich war super gut in der Schule, hatte tolle Freunde, die mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet haben und fürsorgliche Eltern. Vielleicht zu fürsorglich, aber das möchte ich jetzt mit 21 nicht mehr permanent hinterfragen.
Alles begann eigentlich wärend der Zeit vor meinem Abi. Ich war immer gut in der Schule, meist sogar Klassenbeste und ich kann auch gar nicht unbedingt von mir behaupten dass ich unbeliebt war. Eigentlich sogar im Gegenteil, zumindest hatte ich keine Feinde und war sogar einige Jahre Klassensprecherin. Auch die Lehrer mochten mich ziemlich gern. Und ich mich eigentlich auch, zumindest mich als Menschen. Was ich jedoch über mein Aussehen dachte war eine ganz andere Geschichte. Ich mochte meinen Körper und meine Optik nie gern. Ich fand mich zu dick, mein Gesicht zu rund, meine Nase zu groß und und und... Aber nach einigen, nur sehr sehr kurzen Diätversuchen, gab ich auf daran etwas ändern zu wollen. Dafür liebte ich Essen viel zu gern.
Aber irgendwann wurde alles immer anstrengender, was mir bis dahin einfach fiel und Spaß gemacht hat.
Ich blieb immer öfter die Nachmittage, irgendwann die Wochenenden zu Hause um zu Lernen anstatt mich mit Freunden zu treffen. Es wurde immer anstrengender dem Druck standzuhalten. Ja, es passierte sogar, dass ich in der Klasse anfing zu weinen weil ich die Hausaufgaben nicht geschafft hatte! Aber bei alldem blieben meine Noten richtig gut.
Meine Nächte wurden allerdings kürzer, meinen Augen müder und ich brach immer mehr weg, sobald mir eine Aufgabe zu schwierig erschien. Ich weinte fast jeden Abend.
Irgendwann hatte ich dann die ersten Termine bei Psychologen und Therapeuten und vor allem wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, wegen der ich nun mit Hormonen behandelt wurde.
Meine ganze Krankheitsgeschichte mit der Schilddrüse ist bis jetzt nicht richtig ausgestanden. Irgendwann wurde die AutoImmungerkrankung "Hashimotot Thyreoiditis" diagnostiziert und nebenbei purzelten auch die ersten Pfunde und die ersten Zusprüche á la "du hast ja abgenommen, sieht super aus!". Dass die Sprüche sich irgendwann in ein "Man Caro, wieso bist denn du so dünn geworden?" verwandelten kam mit der Zeit.
Jedenfalls genoss ich die Komplimente und fing an meine Ernährung nach und nach zu verbessern und umzustellen. Ich begann Sport zu machen. So nahm alles seinen Lauf.
Erst ließ ich die Kohlenhydrate weg, dann das Öl zum braten. Irgendwann das Fleisch. Ich find an jeden Tag Fahrrad zu fahren. Es ging schnell und ich merkte kaum was da eigentlich passierte. Ich merkte nur dass ich mich ausgelaugter fühlte und Nachts wegen dem Hunger kaum schlafen konnte, denn zu Abend aß ich sowieso schon nicht mehr.
Das alles lief so still vor sich hin, bis es irgendwann aus mir herausbrach und ich meinen Eltern von den quälenden und Gedanken erzählte und mein Untergewicht nicht mehr rechtfertigen konnte.
Die Schule hatte ich schon lange vorher, kurz nach meinem 18. Geburtstag abgebrochen, weil einfach alles zu viel wurde. Die Essstörung wurde aber erst später zu meinem Alltag.
Naja, und hier bin ich jetzt. 21 Jahre alt, 12 kg schwerer und trotzdem kämpfe ich noch jeden Tag. Für das Leben, meine Zukunft und gegen diese widerliche Krankheit.
Es ging hoch und runter, mit der Laune und den depressiven Gedanken. Mit dem Gewicht jedoch nur minimal.
Ich schrie still nach Hilfe und doch wurde ich auch manchmal nicht ernst genommen, auch mit einem BMI von knapp unter 16 nicht. War meiner Essstörung natürlich recht, so konnte sie schön weiter ihre Fäden ziehen und mich langsam aber sicher von allem weg treiben lassen was mir wichtig war.
Wie auch immer, ich wette die meisten Mädels oder auch Jungs die Erfahrungen mit einer Essstörung gemacht haben, kennen das ganze drumherum.
Die Gedanken ums Essen, um Kalorien, das Lügen vor Eltern und Freunden, die Panikattacken und Essattacken. Die heimliche halbe Stunde Sport und die quälendende Angst vor dem Zunehmen.

Ich bin bis hierher schon weit gekommen, aber noch lange nicht am Ziel. Und ich glaube ohne DIESE Seite (englisch) eines wunderbaren intelligenten Mädchens und dem ganzen "Team" aus starken Persönlichkeiten wäre ich nicht so weit gekommen. Schaut auf jedenfall vorbei!
Auch die Minnie Maud Methode über die ich HIER geschrieben habe, hat mich so so so viel weiter gebracht.
Ich schaffe das, das weiß ich ! Und ihr könnt das auch! Glaubt an euch :)




10/27/2014

Was ist die "Minnie Maud" - Methode ?

Minnie Maud ist eine Methode zur Heilung von verschiedenen Arten von Essstörungen.
Die Methode wurde auf der Seite von Gwyneth Olwyn ( YourEatopia ) beschrieben und anhand vorhandener Studienergebnisse in ihrer Herangehensweise belegt. 
Der Name "Minnie Maud" setzt sich aus "Minnie" (eine Abkürzung für "Minnesota Starvation Project") und "Maud" (Abkürzung für Maudsley Approach, eine familienbasierende Therapieform für Essstörungen in Amerika) zusammen. 



Das Minnesota Hunger Experiment

 Die Studie fand 1944 unter Anleitung von Ernährungswissenschaftler Ancel Benjamin Keys statt. 

Kurz erklärt : Um die Auswirkungen von Hunger auf den menschlichen Organismus und die menschliche Psyche zu studieren wurden 36 freiwillige, gesunde Männer über einen Gesamtzeitraum von einem Jahr unter beobachtung ernährt. Es gab eine 3-monatige Kontrollperiode unter normalen Bedingungen und danach folgte eine Zeit des Hungerns. Die Männer bekamen durchschnittlich 1570kcal pro Tag, mussten viele Kilometer laufen und arbeiten. 
Sie nahmen im Durchschnitt 15 - 20 % ihres Ausgangsgewichtes ab und auch körperliche Reaktionen zeigten sich. Sie froren mehr, bekamen trockene Haut, verloren Haare, ihre Libido, deutlichen Muskelumfang, und hatten Ohnmachts- und Schwindelanfälle.
Auch ihre Persönlichkeit schien sich mehr und mehr zu ändern. 
Depressivität und Aphatie zeigten ihr Gesicht. 
Die Männer begannen ihr Interesse an Dingen zu verlieren, die ihnen vorher etwas bedeutet haben. Sie wurden ängstlich, nervör und leicht reizbar. Es zeigten sich sogar teils beginnende Neurosen. Außerdem begannen manche von ihnen Kochbücher zu lesen und auch das Essen wurde teilweise ritualisiert. 
Das ist nur ein kurzer Auszug aus dem Experiment, jedoch wurde deutlich was Hungern für den Körper und vor allem auch die Psyche bedeutet und welch massiven Auswirkungen es hat.
Wichtige Erkenntnise wurden auch aus den letzten 3 Monaten der Studie gezogen. 
Die Probanden wurden wieder "aufgefüttert", nach einer Gewöhnungszeit sogar mit bis zu über 4000kcal und unter ständigem Appetit der Versuchspersonen.
 Sie nahmen stetig zu, kurzfristig überdurchschnittlich viel Fettgewebe im vergleich zu Muskelmasse. Nach einiger Zeit pendelte sich das Gewicht der meisten jedoch wieder dort ein, wo es auch vor dem Experiment lag und der Appetit normalisierte sich. 

Die gesamte Studie ist also ein ziemlich Augen öffnendes Beispiel dafür, welche Macht hunger hat und dass wir damit nicht leichtfertig umgehen dürfen. Vorallem aber auch zeigt die Phase der Wiederauffütterung, dass Heißhunger während des Heilungsprozesses einer Essstörung normal ist nichts wofür man sich schämen muss. Unser Körper holt sich zurück was ihm verwehrt wurde um sich zu regenerieren. 
Seiten zum Minnesota Hunger Experiment auf Deutsch : 

SpiegelOnline  

www.minnesota-experiment.de 

(unbedingt lesenswert. Die Studie beweist, wozu Hunger fähig ist und das man damit nicht leichtfertig umgehen sollte.)



 ***

Mit dem Hintergrundwissen aus dieser und anderer Studien funktioniert also Minnie Maud nach einem Prinzip mit drei Punkten.


Punkt 1  : Das Essen eines Minimums an Kalorien (dazu unten mehr)

Punkt 2 : Kein Wiegen und kein Messen.

Punkt 3 : Kein Sport 



***


Welches Minimum eignet sich für mich ? Laut YourEatopia sollte man sich wie folgt in einer der Gruppen hier wiederfinden :


Ein Minimum von 2500 + kcal :
Weibliche Personen über 25 und zwischen 152.4 und 173 cm. Der menstruale Zyklus bleibt aus und es zeigen sich weitere Symptome des Hungerns : Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, trockene Haut, Haarausfall, Schwindel etc.


Ein Minimum von 3000 + kcal :
Weibliche Personen unter 25 und zwischen 152.4 und 173 cm und männliche Personen über 25 und 162.5 und 183 cm. Der menstruale Zyklus bleibt aus und es zeigen sich weitere Symptome des Hungerns : Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, trockene Haut, Haarausfall, Schwindel etc. 


Ein Minimum von 3500 + kcal :
Männliche Personen unter 25 und zwischen 162.5 und 183 cm und Frauen mit kleinen Kindern oder Menschen mit einem unausweichlich hohen Grad an Aktivität (Job etc.). Der menstruale Zyklus bleibt aus und es zeigen sich weitere Symptome des Hungerns : Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, trockene Haut, Haarausfall, Schwindel etc.


Grundsätzlich gilt aber auch seinem Instinkt und Appetit zu folgen, wenn Heißhunger auftritt. Deswegen auch das + hinter den Kalorienangaben. Man sollte darauf achten sich nicht einzuschränken und auch die Kompfortzone 'sicherer' Lebensmittel nach und nach zu verlassen. 
Gwyneth hat auf ihrer Seite viele tolle Artikel, die auch wissenschaftliche Fakten belegen.
Wenn man Englisch versteht, sollte man unbedingt auch folgende Artikel von ihr Lesen : 

Die Minnie Maud Guidlines
Wie viele Kalorien brauche ich ?!
Phasen der Heilung eines restriktiven Essverhaltens  
Heißhunger und warum man auch mal nachgeben sollte 
Warum man auf Sport verzichten sollte, bevor man wieder ein gesundes Gewicht hat
Erfahrungsberichte von Betroffenen 



 ***

Vieles was sie beschreibt half auch mir mich und meine Krankheit besser kennenzulernen und Symptome einzuschätzen. Vorallem Heißhunger hat mich immer wieder in Panik versetzt. Aber eigentlich ist es auch ganz logisch und völlig natürlich und NICHTS wofür man sich schämen muss und wogegen man ankämpfen sollte.
YourEatopia half mir sehr dabei das zu verstehen und da ich im Internet öfter von jungen Menschen gelesen hab, die Englisch vielleicht noch nicht so gut verstehen, wollte ich das kurz mal erklären. 
Ich werde auch noch auf ein paar andere Punkte in späteren Posts eingehen die ich wichtig finde.
Hier nur einmal ein Link zu meinem ersten kurzen Post : Vergiss dabei den Körper nicht !



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